Magen-Darm-Beschwerden können viele Auslöser haben:

  • Stress
  • Ungesunde Ernährung
  • Nikotin
  • Medikamente
  • Alkohol
  • Hektisches Essen
  • Ungewohnte Lebensmittel

All das kann nicht nur Ihren Alltag „aus dem Takt bringen“, sondern auch Magen und Darm – und Beschwerden wie Blähungen, Völlegefühl und Krämpfe verursachen.

Wie ist der Magen-Darm-Bereich aufgebaut?

Magen-Darm-Beschwerden kennen viele nur zu gut. Doch wie sieht es in unserem Inneren mit der Anatomie von Magen und Darm aus?

Der Magen liegt im Bauchraum unterhalb des Herzens, in unmittelbarer Nähe zu Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse. Der Bauchraum erstreckt sich von den unteren Rippenbögen bis zu den Leisten. Hier liegen die Organe des Verdauungstraktes wie Magen, Darm, Leber und Bauchspeicheldrüse sowie die Harnorgane wie Niere und Harnblase.

Unser Magen ist bei mäßiger Füllung 20-30 cm lang und fasst etwa 1,5 Liter. Im leeren Zustand ist er so groß wie etwa eine Orange. Je nach Füllung verändert sich seine Form - mal ist er ein Schlauch, mal gleicht er einem Sack. Täglich bilden die Magenschleimhautzellen 2-3 Liter Magensaft.

Der Darm ist ein Muskelschlauch, der sich vom Magen aus zum After hin windet. Man unterscheidet dabei zwischen Dünndarm, Dickdarm und Enddarm: Der ca. 5 Meter lange, vielfach gewundene Dünndarm beginnt direkt hinter dem Magen und besteht aus dem Zwölffingerdarm, dem Leerdarm und dem Krummdarm. Am Ende im rechten Unterbauch mündet der Dünndarm in den ca. 1,5 Meter langen Dickdarm. Mit einer S-förmigen Kurve geht der Dickdarm schließlich in den Enddarm über.

Die Darmwand besteht aus mehreren Gewebeschichten. Die äußerste Schicht ist ein glatter, spiegelnder Überzug, das Bauchfell. Darauf folgt eine Bindegewebsschicht mit einem komplexen Geflecht aus Blutgefäßen, Nervenbahnen und Lymphgefäßen. Eine doppellagige Muskelschicht mit angrenzender dünner innerer Bindegewebsschicht folgt. Die Schleimhaut, die Mukosa, ist die innerste Schicht, die zur Vergrößerung der Oberfläche in Falten gelegt ist.

Welche Funktion hat der Magen?

Die Hauptaufgabe des Magens ist es, die Nahrung vorübergehend zu speichern, um diese dann gleichmäßig in kleinen Mengen an den Darm zur anschließenden Verdauung weiterzugeben. Wie lange der Speisebrei im Magen bleibt, hängt von der Zusammensetzung der Nahrung ab: Leicht Verdauliches, wie z. B. Obst und Gemüse, bleibt nur etwa 1-2 Stunden, schwer verdauliche, fetthaltige Nahrung verbleibt etwa 5-8 Stunden.

Die Muskelbewegungen des Magens befördern den Speisebrei in den Darm. Durch Magenknurren ist dies manchmal auch hörbar.

Darüber hinaus tötet der niedrige pH-Wert im Magen Krankheitserreger ab. Die Belegzellen im Magen sorgen für einen pH-Wert zwischen 1 im nüchternen Zustand und 2-3 nach Nahrungsaufnahme. Dieser sorgt dafür, dass die meisten Bakterien unschädlich gemacht werden. Damit der Magen sich durch die Säure nicht selbst verdaut, bilden spezielle Zellen eine Schleimschicht, welche die Magenschleimhaut überzieht und vor der Säure schützt.

Der Körper speichert und desinfiziert aber nicht nur im Magen, sondern beginnt dort auch mit der Verdauung. Die Dehnung des Magengrunds und Proteine in der Nahrung führen zu einer verstärkten Freisetzung von Magensaft.

Bauchschmerzen

Bauchschmerzen können Zeichen für unterschiedlichste Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts und anderer Organe sein. Sie können auch seelische Probleme und Stress widerspiegeln. Bauchschmerzen mit ihren begleitenden Beschwerden können ebenso auf einem sehr empfindlichen Nervensystem beruhen.

Der Ort und die Art des Schmerzes können wichtige Hinweise auf die Schmerzentstehung und damit auf die zugrundeliegende Erkrankung geben. Auch die Situation, in welcher der Schmerz auftritt, und der Zeitpunkt können einen Anhaltspunkt für die Ursache liefern. Treten beispielsweise Bauchschmerzen nach dem Essen auf, können Magen, Dünndarm oder Gallenblase betroffen sein. Sind Schmerzen bei Frauen zyklusabhängig, liegt möglicherweise eine gynäkologische Erkrankung zugrunde.

Oft werden Bauchschmerzen von weiteren Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Durchfall und Verstopfung begleitet. Auch diese liefern wichtige Anhaltspunkte für die Ursache der Bauchschmerzen.

Magen­schmerzen

Stechend, ziehend oder doch eher drückend? Magenschmerzen können je nach Ursache sehr vielseitig sein. Oftmals spielen auch Einflüsse wie Stress, Erkrankungen oder bestimmte Medikamente, welche den Verdauungstrakt stören, eine Rolle. Neben Magenschmerzen und Magen-Darm-Krämpfen können auch Beschwerden wie Völlegefühl, Sodbrennen und Blähungen auftreten.

Die heftigste Form von Magenschmerzen sind Magenkrämpfe. Diese kolikartigen Schmerzen halten meist nur wenige Sekunden an, sind aber extrem schmerzhaft. Die Ursache solcher Magenschmerzen kann unter anderem eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) sein.

Reizmagen

Der Reizmagen wird im medizinischen Sprachgebrauch auch als „funktionelle Dyspepsie“ bezeichnet, was so viel bedeutet wie funktionelle Verdauungsstörung. Unter diesem Begriff sind eine ganze Reihe von Magen-Darm-Beschwerden zusammengefasst, denen keine erkennbare organische Ursache zu Grunde liegt. Eine mangelnde Magenbeweglichkeit oder eine veränderte Schmerzwahrnehmung sind mögliche Gründe für die Erkrankung.

Stress, ungewohnte Ernährung oder mangelnde Bewegung können den Ablauf der unterschiedlichen Muskelbewegungen im Magen (Motilität) aus dem Gleichgewicht bringen. Wenn sich die Magenmuskeln unkontrolliert verkrampfen, kann der Verdauungsprozess gestört werden. Gerade der seelische Zustand schlägt sprichwörtlich auf den Magen. Wenn wir also – aus welchen Gründen auch immer – traurig oder nervös sind, Ängste bezüglich unserer Lebenssituation oder einfach zu viel Stress im Alltag haben, kann dies die Ursache der Schmerzen sein.

Oftmals bestehen die Beschwerden eines Reizmagens über lange Zeit, manchmal sogar über viele Jahre. Die Erkrankung ist sehr häufig: In Deutschland klagt jeder Dritte über gelegentliche Verdauungsbeschwerden. Bei jedem zweiten untersuchten Patienten kann der Arzt keine organische Ursache finden.

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